Interview mit Ondřej Krabs
Von Liberec nach Zittau: Wie man ein Unternehmen auf dem deutschen Markt aufbaut
Wie ist es, ein tschechisches Unternehmen in Deutschland aufzubauen und sich nach und nach das Vertrauen von Kunden, Geschäftspartnern und Behörden zu gewinnen? Im Gespräch mit Jaroslav Demel erzählt Ondřej Krabs von seinem Weg, der mit ersten unternehmerischen Ideen und der Entwicklung eines Online-Logistiksystems begann und schließlich zum Aufbau eines Unternehmens im deutschen Zittau führte.
Interview mit Jaroslav Požický
Grenzüberschreitendes Geschäft und Vertrauensaufbau: Wie tschechische Ideen und Dienstleistungen nach Deutschland gelangen
Das Interview mit Jaroslav Požický, dem Vertriebsdirektor von Hitrádio Contact Liberec, widmet sich den praktischen Erfahrungen bei der Etablierung grenzüberschreitender Zusammenarbeit und der Geschäftstätigkeit im Dreiländereck von Tschechien, Deutschland und Polen. Das Gespräch mit Moderator Demel beleuchtet die wesentlichen Unterschiede im geschäftlichen und zwischenmenschlichen Ansatz auf beiden Seiten der Grenze. Es zeigt auf, dass das in Tschechien übliche formlose und beziehungsorientierte Modell bei deutschen Partnern an Grenzen stößt, da diese ein klar strukturiertes System, prozessuale Vorbereitung und konkrete Garantien für die Arbeitsergebnisse verlangen. Das Interview schneidet zudem Sprachbarrieren, die Rolle professionellen Dolmetschens sowie das Potenzial des Englischen bei der jüngeren Generation an. An konkreten Beispielen – von kühlen Verhandlungen im Zittauer Rathaus bis hin zur erfolgreichen kommerziellen Zusammenarbeit mit dem deutschen Radio Lausitz – belegen die Gesprächspartner, dass weniger unüberwindbare kulturelle Gräben das Hindernis für grenzüberschreitende Geschäfte darstellen als vielmehr tschechische Reaktivität, Bedenken und ein Mangel an methodischer Vorbereitung.
Interview mit Ivan Nový
Kulturelle Unterschiede im deutsch-tschechischen Geschäft: Wie man System und Flexibilität verbindet
Das Interview mit Professor Ivan Nový von der Wirtschaftsuniversität Prag widmet sich im Rahmen des Projekts CROBOCOP den interkulturellen Unterschieden und dem Aufbau von Geschäftsbeziehungen zwischen Tschechen und Deutschen. Im Gespräch mit Moderator Demel erklärt Professor Nový, warum beide nationale Umfelder historisch bedingt auf gegenseitige Missverständnisse stoßen und worin die unterschiedlichen Auffassungen von Vertrauen liegen. Während Tschechen eine Partnerschaft auf persönlichen Sympathien, Intuition, Flexibilität und einer freundschaftlichen Atmosphäre aufbauen, bevorzugt der deutsche Ansatz strikt prozessuale Präzision, Termintreue, Systematik und eine Orientierung an sachlichen Daten.
Praktische Einblicke veranschaulicht Professor Nový anhand von Erfahrungen aus deutschen Konzernen sowie aus seiner Lehrtätigkeit im bayerischen Grenzgebiet. Er erinnert daran, dass die Nachkriegs- und Nachwendedokumentation des tschechischen Grenzraums bei den deutschen Nachbarn eine anfängliche Skepsis erzeugte, die nur durch Verlässlichkeit und reale Ergebnisse überwunden werden kann. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass unter dem Druck sich beschleunigender Märkte und globaler Veränderungen das traditionelle deutsche Modell makelloser Organisation zu bröckeln beginnt, während Versuche, Improvisation in Deutschland künstlich einzupflanzen, an der fehlenden kulturellen Tradition spontaner Problemlösung scheitern.
Der Schlüssel zu einer erfolgreichen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit liegt laut Professor Nový in einer natürlichen Arbeitsteilung. Tschechische Unternehmer sollten beim Eintritt in den deutschen Markt zunächst die deutschen Spielregeln akzeptieren, Vertrauen durch das Einhalten von Zusagen und Plänen gewinnen und erst anschließend ihre natürliche Flexibilität und Improvisationsfähigkeit einbringen. Umgekehrt empfiehlt er der deutschen Seite, sich für weiche Führungselemente wie Intuition, Emotionen und den Aufbau persönlicher Beziehungen zu öffnen, die eine feste Prozessordnung effektiv ergänzen können.

